Der Due Diligence Prozess

Sie haben einen potenziellen Käufer gefunden und bereits eine Absichtserklärung (Letter of Intent) zur Angebotsabgabe erhalten?

Zunächst einmal herzlichen Glückwünsch! Damit eröffnen sich Ihrem Unternehmen viele neue Perspektiven.

Gleichzeitig stehen Sie nun vor Ihrem nächsten Schritt: Die Due Diligence.

Diese kann eine komplexe und anspruchsvolle Herausforderung für Ihr Unternehmen sein.

Damit Sie diese ohne Probleme meistern, geben wir Ihnen mit den folgenden 5 Schritten einen Leitfaden an die Hand.

Durch die Erlangung eines tieferen Verständnisses über die Due Diligence und deren Vorgehensweise, können Sie besser einschätzen was Sie bei einer Due Diligence erwarten können und wie Sie die gesamte Situation handhaben, sodass am Ende alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Schritt 1: Was ist eine Due Diligence?

Due Diligence Definition

Eine Due Diligence bedeutet wörtlich übersetzt im Verkehr erforderliche Sorgfalt. Die Due Diligence ist die Analyse des Risikos einer Investitionsentscheidung (engl. „geforderte Sorgfalt“). Bei der Due Diligence eines Unternehmens wird ein Zielunternehmen sorgfältig auf finanzielle, wirtschaftliche und steuerliche Verhältnisse bewertet.

Eine Due Diligence kann viel von Ihnen als Unternehmer/Unternehmerin abverlangen. Hier kann besonders der Fachjargon verwirren, wenn man sich mit dem Prozess auseinandersetzen will. Deswegen gebe ich Ihnen hier eine kurze und verständliche Erklärung der Due Diligence, mit der Sie den Kern des Ganzen verstehen.

Im Grunde kann man bei der Due Diligence von einer Risiko- und Chancenanalyse des Unternehmens reden. 

Meist analysieren externe Berater hierbei das Zielunternehmen und schätzen die Chancen und Risiken beim Unternehmenskauf ab. Auf Grund Ihrer faktenbasierten Grundlage wird die Durchführung der Due Diligence dabei zu einem wichtigen Teil des Unternehmensverkaufs

Schritt 2: Wie läuft der Due-Diligence-Prozess ab?

Due Diligence Ablauf

Grundsätzlich kann der Prozess einer Due Diligence viel Zeit in Anspruch nehmen und sehr kostenintensiv sein. Umso wichtiger ist es sich vorher einen Überblick über den Prozess zu schaffen. 

Dadurch können unnötige Kosten eingespart und Missverständnisse zwischen den Verhandlungspartner vermieden werden. Denn solche Missverständnisse könnten einen Einfluss auf die weiteren Verhandlungen haben.

In erster Linie wird für den Due-Diligence-Prozess ein Zeitraum der Prüfung zwischen Käufer und Verkäufer vereinbart. Bei kleinen Unternehmen kann dieser Zeitraum unter Umständen nur wenige Tage enthalten, da die Due Diligence relativ schnell durchgeführt werden kann. Mit steigender Komplexität und Größe des Unternehmens kann es oft mehrere Wochen oder Monate dauern.

Due Diligence Checkliste

Zu Beginn der Due Diligence wird eine Checkliste mit Eckdaten der zu prüfenden Unternehmensinformationen (Information Request-Liste) vom Käufer an den Geschäftspartner überreicht, mit der Bitte, alle Unterlagen auf der Liste schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen.


Elektronischer Datenraum

Diese Informationen werden heute zumeist in einem elektronischen Datenraum zur Verfügung gestellt. Nachdem alle Daten im elektronischen Datenraum hinterlegt sind, beginnt die eigentliche Due Diligence Analyse.


Jetzt wird das Unternehmen nach verschiedenen Due Diligence Maßstäben geprüft und Chancen sowie Risiken des Kaufs ermittelt. Daraus bildet sich die Grundlage für den weiteren Unternehmensverkauf.

Schritt 3: Die wichtigsten Due-Diligence-Prüfungen

Sobald der Start der Due-Diligence-Prüfung beabsichtigt ist, könnte es sein, dass Sie auf verschiedene Arten von Due-Diligence-Prüfungen stoßen. Natürlich ist keine Form der Due Diligence wie die andere. Damit Sie aber vorher über die wichtigsten Bescheid wissen, listen wir Ihnen hier die Wichtigsten auf.

Financial Due-Diligence-Prüfung

financial due diligence

Der Käufer oder ein Expertenteam untersuchen die finanzielle Situation des Unternehmens.


Für einen ernsthaften Kaufinteressenten ist deswegen diese Prüfung sein gutes Recht und für einen Investmententscheidung oder Kauf unumgänglich.


Hier wird ein besonderes Augenmerk auf die Vermögenswerte, zukünftig zu erwartenden Erträge, die liquiden Mittel und die Finanzierungsstruktur des Unternehmens gelegt.


Hierbei sind besonders das Working Capital (betriebsnotwendige Kapital), sowie der derzeitige Umsatz und der Jahresüberschuss für den Käufer interessant, um seine Bewertung des Unternehmens zu bestätigen oder gegebenenfalls anzupassen.

Legal Due-Diligence-Prüfung

Die Legal Due Diligence analysiert rechtliche Verhältnisse, beispielsweise Gewährleistungsverträge, Gesellschafterverträge und insbesondere anhängige oder drohende Rechtsstreitigkeiten.


Von großer weiterer Bedeutung ist die rechtliche Strukturierung des Aufbaus des Unternehmenskaufvertrages.

Business Due-Diligence-Prüfung

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Im Rahmen der Business Due Diligence werden alle „Geschäfts-“relevanten Daten geprüft.


Unter anderem wird der bestehende und relevante Markt untersucht, die Wertschöpfungskette des Unternehmens, die Produkte, das Pricing, die Mitarbeiterstruktur und die Alleinstellungsmerkmale / Wettbewerbsvorteile.

Tax Due-Diligence-Prüfung

Die Tax Due Diligence dient der Prüfung der steuerlichen Situation des Kaufgegenstandes (Zielunternehmen). Beispielsweise werden maßgebende steuerliche Einflussfaktoren der Transaktion geprüft oder potenzielle Risiken im Hinblick auf anhängige Verfahren (u. a. laufende Betriebsprüfungen, anhängige Finanzgerichtsverfahren) analysiert.

Schritt 4: Wichtige Tipps für einen reibungslosen Ablauf der Due Diligence

Der Due-Diligence-Prozess verlangt viel von Ihnen als Unternehmer / Unternehmerin. Beim falschen Ansatz kann es schnell zu Störungen im weiteren Prozess führen. Damit Sie auch in jeder Situation gewappnet sind, gibt es hier noch einige Tipps.

Bereiten Sie sich auf Ihre Due Diligence vorher vor.

Due Diligence Vorbereitung

Sobald der Käufer auf Sie zukommt und Informationen benötigt, kann es durchaus sein, dass die Informationsbeschaffung länger dauert als erwartet.


Deswegen macht es Sinn sich vorher die oben angesprochenen Prüfungen nochmals sorgfältig anzuschauen und einen Überblick darüber zu schaffen, welche Informationen dazu mit welchem Zeitaufwand zur Verfügung gestellt werden können.


Dadurch kann der Zeitraum der Informationsbeschaffung besser eingeschätzt werden und die Due Diligence kann reibungsloser für Sie ablaufen.

Prüfen Sie Ihr Unternehmen vorher selbst bevor sie mit der Due Diligence beginnen.

Mögliche Risiken

Verschaffen Sie sich dadurch einen Überblick mit dem Ziel, welche möglichen Risiken gesehen werden könnten und wie Sie diese entkräften können. Dies könnte sich im Kaufpreis widerspiegeln.

Wenn Sie einen elektronischen Datenraum benutzen, achten Sie darauf dass er gut organisiert ist und funktioniert.

 Das spart Ihnen kostbare Nerven.

Prüfen Sie die zur Verfügung gestellten Due Diligence Liste des Käufers.

 Achten Sie darauf, dass diese an Ihre Unternehmensgröße angepasst und kein standardisierter Fragenkatalog ist.

Achten Sie bei der zur Verfügung Stellung von sensiblen Informationen (z.B. Margenkalkulation, Mitarbeiterliste), dass diese Angaben anonymisiert sind.


Schritt 5: Wie sieht die Zukunft der Due Diligence aus?

Die Digitalisierung und neue Innovationsansätze gehen auch nicht an der Due Diligence spurlos vorbei und haben heute schon unter anderem Auswirkungen auf die Prüfung von IT-Firmen und Unternehmen die im E-Commerce in Deutschland tätig sind.

Durch das weiter wachsende Online-Geschäft wird es in Zukunft auch Auswirkungen auf branchenferne Unternehmen haben.

Aus diesem Grund macht es Sinn Ihnen zwei weitere Prüfungsarten vorzustellen, die zurzeit immer häufiger vorkommen.

digital due diligence

Digital Due Diligence

Hier steht die digitale Zukunft des Unternehmens im Vordergrund. Es wird darauf eingegangen wie gut das Geschäftsmodells den digitalen Markt bedient und wie sich dieser in Zukunft entwickeln wird.

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Innovation Due Diligence

Sie analysiert welche Perspektive das Unternehmen in Zukunft hat. Ein klassischer Teil der Innovation Due Diligence ist der Blick auf bereits bestehende Produkte und dies verbunden mit der Frage, ob diese ohne Komplikationen weiterentwickelt und verbessert werden können.


Nun da Sie einen umfassenden Einblick und Tipps zu den Due Diligence-Prozessen von heute und morgen erhalten haben, sind Sie am Zug.

Optimieren Sie Ihre Due Diligence mit dem neu gewonnen Wissen.

Sind Sie bereit die Herausforderung eines (Unternehmens-)Verkaufs zu meistern?

Alexander Wert

Consultant M&A, Corporate Innovation bei Fischer CCF

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