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Unternehmensnachfolge – besonders im Mittelstand ein großes Thema?

Zahlen über Zahlen:

In Deutschland steht nach Hochrechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn im Zeitraum von 2014 bis 2018 bei etwa 135.000 Unternehmen eine Nachfolge an. Laut Umfragen des DIHK, gab es für Senior-Unternehmer bei der Unternehmensnachfolge in Deutschland im Jahr 2013 jedoch folgende Hemmnisse: 46 % der Inhaber sind nicht rechtzeitig vorbereitet, 44 % fordern einen überhöhten Kaufpreis und fast 41 % der Unternehmer können emotional nicht „loslassen".

Daher ist gerade die frühzeitige Vorbereitung auf den Führungswechsel auf jeden Fall unerlässlich, unabhängig davon, welche Nachfolgelösung angestrebt wird. Nicht zuletzt deswegen, weil für eine erfolgreiche Übertragung einer Firma eine Reihe von Aufgaben bewältigt werden muss, die sowohl für den Inhaber als auch seinen zukünftigen Nachfolger eine große Herausforderung darstellt.

In unseren bisherigen Newslettern haben wir bereits die Nachfolge-Regelung innerhalb der Familie beleuchtet und auch die Optionen eines MBO/MBI erläutert. Dabei haben wir auf die Wichtigkeit einer Unternehmensbewertung hingewiesen sowie auch auf das Loslassen des bisherigen Inhabers, insbesondere unter emotionalen Aspekten.

Im dritten Teil beleuchten wir nun die Möglichkeiten, falls tatsächlich niemand die Nachfolge antreten kann. Dafür gibt es dann die Option eines Verkaufs an ein anderes Unternehmen oder an einen Finanzinvestor.

Verkauf an ein anderes Unternehmen/M&A

Eine weitere Möglichkeit ist immer auch der Verkauf des kompletten Unternehmens. An dieser Stelle startet dann der typische M&A-Prozess, wie wir ihn für unsere Mandanten tagtäglich umsetzen. Ein Unternehmens-verkauf ist ein komplexer, aber klar strukturierter Prozess. Für den Verkäufer des Unternehmens handelt es sich dabei wahrscheinlich um die größte Transaktion seines Berufslebens, die zudem sehr oft emotional belegt ist. Somit sind hier methodisches Fachwissen und klare Prozessschritte gefordert. Am Anfang des Verkaufsprozesses steht die Erarbeitung und Erstellung einer Liste von potentiellen Erwerbsinteressenten, um ein erstes Bild vom Käufermarkt zu erhalten. Idealerweise führt man auch ein sogenanntes Soft-Sounding durch, das heisst, man testet das Verkaufsinteresse bei einzelnen Personen/Unternehmen. Die Informationen über das zu verkaufende Unternehmen, welche im ersten Schritt an mögliche Interessenten gesendet werden, sind in einem Kurzprofil (Teaser) zusammengefasst. Dieser Teaser macht den potenziellen Käufer neugierig und aggregiert grundsätzliche Fakten über das zu verkaufende Unternehmen, immer in anonymer Form.

Parallel dazu wird ein Investoren Memorandum (Factbook) erstellt, welches umfangreiche Daten- und Marktanalysen über das zu verkaufende Unternehmen darstellt und einen tieferen Einblick in die Situation und Zukunft des Unternehmens ermöglicht. Möchte der Interessent dann konkret über einen Verkauf verhandeln, wird diese Absicht im Rahmen einer Absichtserklärung (Letter of Intent/LOI) geregelt. Dieser LOI enthält häufig schon die wichtigsten Details einer Verkaufstransaktion. Eine wichtige Maßnahme eines jeden Verkaufsprozesses ist die „Due Diligence". Dabei werden vom Kaufinteressenten angeforderte Dokumente intensiv geprüft. Hier geht es um rechtlich, steuerlich und betriebs-wirtschaftlich relevante Fragen. Schließlich sind die Ergebnisse der Due Diligence auch nochmals eine Validierung des zuvor vereinbarten Kaufpreises. Sollten sich Verkäufer und Käufer über die Kaufmodalitäten einig sein, kann der Kaufvertrag aufgesetzt und der Verkauf besiegelt werden (signing/closing). Der gesamte Verkaufsprozess sollte ohne Zeitdruck stattfinden und mit entsprechendem Vorlauf geplant werden. Ein Zeitraum von 9-15 Monaten bis zum Projektabschluss ist dabei aus unserer Erfahrung als realistisch einzuplanen.

Verkauf an einen Finanzinvestor/M&A

Zum Kreis der Finanzinvestoren zählen sogenannte Private Equity-Unternehmen, welche Mittel von institutionellen Investoren investieren. In manchen Fällen zählen auch Family Offices dazu, wobei diese die Mittel einer oder mehrerer vermögender Familien verwalten. Unternehmensverkäufer sehend zunehmend die Vorteile der Übernahme durch einen Finanzinvestor. Besonders interessant sind dabei Investoren, die bereits Erfahrungen in der gleichen Branche vorweisen können bzw. sogar schon eine Industrieplattform in derselben oder ähnlichen Industrie aufgebaut haben. Somit kann der Verkauf an einen Finanzinvestor durchaus im Einklang mit den Anforderungen eines Verkäufers stehen. Zum einen können Finanzinvestoren dem Wunsch nach Fortführung der Eigenständigkeit des Unternehmens entsprechen. So wird der Name des Unternehmens häufig fortgeführt. Zudem wird das Unternehmen, sofern der Finanzinvestor nicht mehrere Branchen-Unternehmen zusammenfassen will, keinem Integrationsprozess unterworfen. Die Unternehmenskultur kann fortgeführt werden, was bei familiengeführten Unternehmen immer im Sinne des Verkäufers ist.

Die Wahrung der Vertraulichkeit von internen Daten und Kennzahlen ist bei einem Verkauf sicher gegeben, da der Finanzinvestor im Wettbewerbsumfeld eher unbekannt ist. In einem Familienunternehmen wird die Aufbauarbeit über Jahre häufig durch ein Team von vertrauten Führungspersonen des Inhabers geleistet. Im Falle eines Finanzinvestors als Käufer ergibt sich gegenüber diesen Know-how-Trägern häufig ein attraktives Anreiz-System in Form einer finanziellen Beteiligung, was dem Alteigentümer die Sicherheit geben kann, dass die engsten Mitarbeiter weiter an Bord des Unternehmens bleiben und am Erfolg der Weiterentwicklung beteiligt werden können.

Der Verkaufsprozess selbst entspricht im Grunde den bereits beschriebenen Prozessschritten wie bei einem Verkauf an ein Unternehmen. Die Prozessschritte werden auf Käufer-seite dann von einem Finanzinvestor durchgeführt. Bei einer aktiven Begleitung durch uns werden die Interessen und Ziele des Verkäufers gewahrt und professionell vertreten. Somit kann der Unternehmensverkauf auch eine sehr interessante Option für den Verkäufer sein, um das Fortbestehen seines Unternehmens auch nach seinem Ausscheiden zu sichern.

Zusammengefasst begleiten wir den Unternehmensverkäufer bei allen Schritten vom ersten Kontakt bis zur Vertragsunterschrift:

- Erarbeitung und Erstellung einer Liste von potentiellen Erwerbsinteressenten in Abstimmung mit dem Verkäufer sowie Kontaktaufnahme zu den Entscheidungsträgern dieser Interessenten (Long-/Short-List)

- Erstellung eines anonymisierten Kurzprofils (Teaser) für potentielle Erwerber

- Erstellung eines ausführlichen Investoren Memorandums (Factbook) für potentielle Erwerber

- Vereinbarung von Terminen mit Kaufinteressenten auf der Entscheiderebene

- Begleitung bei der Strukturierung und Durchführung der Veräußerung

- Begleitung hinsichtlich der Strategie und Taktik bei der Aufnahme und Führung von Verhandlungen mit potentiellen Erwerbern

- Begleitung beim Abschluss von Absichtserklärungen und Exklusivitätsvereinbarungen

- Projektleitung bis zum Projektabschluss (Signing und Closing)


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Ihr Andreas Sieg